Glaube

Die spirituelle Welt Argens ist zweigeteilt – im Bewusstsein vieler Menschen ebenso wie in der historischen Entwicklung der Insel.

Vor Langenstein, zur Zeit der Nordleute, war die Insel geprägt von nordischer Mythologie. Man ehrte 12 Götter, Naturgeister, Ahnenseelen und kraftvolle Gestalten aus Sagen und Liedern. Feuer, Meer, Sturm und Fels wurden als beseelte Mächte angesehen, und die Elfen galten als Teil einer alten Welt, deren Tore sich heute nur noch selten zeigen. Viele dieser Traditionen überlebten in abgelegenen Regionen bis heute, besonders auf Traís, wo Lieder, Runensymbole und alte Rituale weiterhin im Verborgenen gepflegt werden.

Mit Einzug des Hauses Langenstein verbreitete sich der neue Glaube: die Verehrung der vier Elemente und ihrer göttlichen Repräsentationen:

  • Aeron (Luft)

  • Pyra (Feuer)

  • Teron (Erde)

  • Tirda (Wasser)

Sie symbolisieren Balance, Wandel und die Folgen menschlichen Handelns. Ergänzt wird der Glaube durch die Verehrung der Kräfte von Leben und Tod, die als verbindende Leitmotive über allem stehen. In den Städten, vor allem in Vingard, prägen Tempel, kleine Schreine und Feste der Elemente das religiöse Leben.

Nach neuem Glaube brachten die Götter die Elemente auf die Welt und formten die Natur und alles Leben. Durch die Elemente sind alle Dinge unweigerlich miteinander verbunden. So gegensätzlich sich die Elemente gegenüberstehen mögen, so kann doch Eines nicht ohne das Andere existieren.

Die Elemente sind ein fortlaufendes Geben und Nehmen, ein ewiger Kreis aus Wasser, Erde, Feuer und Luft. Am Anfang des Lebens werden wir aus dem Element geformt, dass die Zeit uns zuordnet. Dieses Geburtselement ist prägend für ein jenes Leben und bestimmt über den Wesenskern, den man in sich trägt.

Wenn ein Kind das Licht erblickt, sagt man auf Argen, dass ein Element erneut den Kreis betritt. Der erste Atemzug ist das Geschenk der Götter, und das erste Weinen ihr Echo. Man dankt dem Element, unter dessen Schutz das Kind geboren wird, und heißt das neue Leben willkommen: ein Funke, ein Tropfen, ein Hauch, ein Körnchen Erde, wie auch immer das Element es geformt hat. So beginnt sein Weg: getragen vom Segen des eigenen Elements, dessen Tugend fortan Herz und Wesen färbt.

Am Ende des Lebens nehmen die Elemente das zurück, was sie einst gaben. Wie ein jeder aus seinem Element geboren wird, so kehrt er im Tode dorthin zurück. In Dankbarkeit legt man ihn den Göttern zu Füßen, damit sein Wesen wieder in den Kreislauf fließt. Denn wer zu Erde wird, stärkt die kommende Saat; wer zu Wasser geht, nährt das Meer; wer im Wind vergeht, trägt gute Kunde weiter; und wer im Feuer ruht, schenkt Wärme für die Dunkelzeit. So wird jeder Tod zu einer Gabe an die Welt, und ein Segen für jene, die zurückbleiben.

„Die Elemente nehmen zurück, was sie einst gaben.“

Trotz der offiziellen Vorherrschaft des neuen Glaubens bleibt Argen ein Ort religiöser Offenheit.

 

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