Die Legende der Brückentrolle

Es war zur Zeit der alten Kriege, als die Nordmenschen gegen die Trolle zogen. Die Menschen siegten am Ende, allerdings weit weniger deutlich, als sie gehofft hatten. So wurde ein Vertrag geschlossen:

Die Trolle durften fortan unter den Brücken wohnen und Brückenzoll verlangen,
im Gegenzug mussten sie die Brücken instand halten und die Menschen der umliegenden Dörfer in Frieden lassen.
Jeder Troll hatte seinen Zoll mit der jeweiligen Obrigkeit selbst auszuhandeln.

In einem Dorf stellte man irgendwann fest, dass ihr Brückentroll eine besondere Vorliebe hatte:
Er liebte es, Lavendel in seiner Pfeife zu rauchen – und der Duft machte ihn friedlich und schläfrig.

Bald zog dieses Wissen in weitere Dörfer ein. Auch andere Trolle zeigten sich erstaunlich friedfertig, sobald man ihnen Lavendel darbot. Mit der Zeit verwandelten sich die gefürchteten Brückenhüter in gemütliche, halb berauschte Pfeifer – und der Brauch hielt sich über Generationen:

Wer eine Brücke überqueren will, sollte stets Lavendel bei sich tragen.

Denn die Trolle sind vielleicht schläfrig, aber sie vergessen nie, den Zoll zu fordern.

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